Nach mehr als 100 Jahren haben sich auch auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow, wieder Wölfe angesiedelt.

 

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Um die Wege der Tiere besser nachvollziehen zu können, sollen zwei Wölfe  im Frühjahr 2011 einen Sender bekommen.

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Quelle: Volksstimme


26.11.2010 Elf Wölfe, darunter neun Welpen, leben auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow (Jerichower Land). Nahezu täglich findet Klaus Puffer, Wolfsexperte des zuständigen Bundesforstbetriebes, ihre Losungen und Spuren. Acht Jungtiere tappten kürzlich sogar in eine Fotofalle. Nächstes Jahr sollen zwei Tiere einen Sender erhalten, mit dem ihr Jagdrevier besser erforscht werden kann.


Dörnitz/Altengrabow. Mit geschultem Blick steuert Klaus Puffer seinen Geländewagen über den Truppenübungsplatz Altengrabow. Plötzlich hält er an, steigt aus und geht zu einem kleinen Kothaufen, der mitten auf dem Weg thront. Losung. Aber nicht irgendeine, sondern von einem Wolf. "Ist aber schon eine Woche alt", murmelt Puffer nach genauem Hinsehen enttäuscht.

In dem Kot sind deutlich Reste von Reh- und Damwild zu erkennen. Die weißen Haare hat Meister Isegrim nicht so gut verdaut. So blieben sie sehr gut erhalten und gucken nun hervor.


Jeden Tag streift das Rudel über den Platz. In weiteren Losungen entdeckt Puffer Knochen- und Hautreste. Mistkäfer haben sich bereits auf die Haufen gestürzt. Im Wald bleibt nichts ungenutzt liegen.

Rehwild scheint den Wölfen sehr gut zu munden. Der Speiseplan besteht zu über 60 Prozent aus dem zarten Fleisch. Das hätten die Untersuchungen ergeben, berichtet der Wolfsexperte. Bis zu 40 Losungen sammelt Puffer pro Quartal ein. Die werden im sächsischen Görlitz genau unter die Lupe genommen. "Die Ergebnisse zeigen, was die Tiere zu welcher Jahreszeit fressen", erklärt er.

Elf Wölfe leben derzeit auf dem rund 10 000 Hektar großen Truppenübungsplatz, vermutet Puffer. Darunter sollen neun Jungtiere sein. Vermutlich wurden sie Ende März geboren. Ein Jäger will die Familie gesehen haben und berichtete von insgesamt elf Tieren. Weiterer Beweis sind die Bilder einer fest installierten Kamera. Sieben solcher Fotofallen haben Puffer und der Biologe Sebastian Koerner vom Wildbiologischen Büro "Lupus" in Spreewitz (Sachsen) im vergangenen Jahr auf dem Platz versteckt.

Auf den aktuellen Bildern sind jedoch nur acht Welpen zu erkennen. Dennoch ist es eine Art Sensation. So viele Wölfe auf einem Foto, das ist selten.Gemeinsam erfrischen sich die Jungtiere an einem Wasserloch. "Es ist die gleiche Stelle, an der sich schon die Welpen aus dem ersten Wurf gestärkt haben", berichtet Puffer bei einer Kontrollfahrt durch das Aufzuchtgebiet des Rudels.

Keine Spur von den ersten fünf Jungtieren

Von den ersten fünf Jungtieren aus dem Vorjahr fehlt mittlerweile jede Spur. "Seit Mai dieses Jahres haben wir keine Hinweise mehr auf ihren Verbleib", sagt Puffer. Ihre Abwanderung verwundert den Wolfsbeauftragten. "Normalerweise helfen sie bei der Aufzucht der nächsten Generation mit", erklärt der Mitarbeiter des Bundesforstbetriebes Nördliches Sachsen-Anhalt. "Vielleicht hat der neue Rüde sie abgebissen und vertrieben." Schließlich ist dieser nicht der leibliche Vater des vorigen Wurfs. Der alte Rüde wurde im Juni 2009 von einem Jäger erschossen (die Volksstimme berichtete).

Im nächsten Jahr sollen die Wolfsstudien ein höheres Niveau erhalten. Dann setzen die Experten von Bundesforst und Lupus-Büro zusätzlich auf Telemetrie. Zwei Tiere sollen im Frühjahr im Auftrag des Landesamtes für Umweltschutz mit einer Fußfalle gefangen, kurz betäubt, gewogen und vermessen werden sowie einen Sender erhalten – allerdings nur, wenn dies finanziert wird.

Die Sender liefern Daten über Jagdrevier, Wanderrouten, Raum-Zeit-Verhalten, Nutzung des Gebietes zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten sowie die bevorzugten Schlafplätze. Aber auch präventiv sind die Daten von Nutzen. "Wenn wir sehen, dass die Wölfe bei ihren täglichen Streifzügen in die Nähe von Nutztieren wie Schafen kommen, können wir den Halter vorwarnen", erklärt Puffer. Bislang seien keine Vorfälle bekannt.

Quelle:http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1265267010976

Wolf in Altengrabow

07.02.2010 Sebastian Koerner und Klaus Puffer streifen durch den Schnee. Es knirscht unter ihren Schuhen, sie gehen bedächtig, fast schleichen sie. Die Wolfsexperten haben ihre Augen auf den Boden gerichtet. Sie suchen nach Spuren, Überbleibseln von gerissenen Tieren, Kot- und Urinresten. Auf und rund um den Truppenübungsplatz Altengrabow im Osten Sachsen-Anhalts leben derzeit sieben Wölfe, darunter fünf Jungtiere. Die Männer freuen sich, dass es wieder Wölfe in Deutschland gibt. Nach den Anfängen in der sächsischen Oberlausitz ist Isegrim mittlerweile auch in Brandenburg und Sachsen-Anhalt heimisch. In Niedersachsen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern wurde er ebenfalls schon gesehen.

«Aus den Spuren kann man auf die Mitgliederzahl der Wolfsfamilie schließen», sagt Biologe Koerner, der für das Wildbiologische Büro Lupus in Spreewitz (Sachsen) arbeitet. «Die Wölfe haben es auf dem Truppenübungsplatz sehr gut.» Alle zwei bis vier Wochen zieht es die beiden Männer auf das weiträumige Areal bei Altengrabow. Koerner ist vom Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt mit der wissenschaftlichen Beobachtung der Tiere, dem sogenannten Monitoring, beauftragt. «Frischer Kot eignet sich für eine gentechnische Analyse», sagt der 47-Jährige. «So können die einzelnen Tiere unterschieden werden und man kann feststellen, ob es sich um reinrassige Wölfe handelt und woher sie stammen.»

Der Bestand wird deutschlandweit auf etwa 60 Tiere geschätzt, in Europa sind es etwa 20 000. Fünf Jungtiere brachte eine Wölfin im Mai 2009 auf dem Militärübungsplatz nahe der Landesgrenze Sachsen-Anhalts zu Brandenburg zur Welt. Nur einen Monat später erschoss ein Jäger illegal den Vater. Im September 2009 fanden Koerner und Puffer dann zum ersten Mal Spuren eines neu zugewanderten Rüden. Die erwachsenen Wölfe stammen wahrscheinlich aus der Lausitz oder aus Ostpolen. Solche ländlichen Kulturlandschaften eignen sich nach Ansicht es Naturschutzbundes Deutschland (NABU) bestens als Lebensraum für die Wölfe.

«Ein Rudel benötigt etwa ein Gebiet von 300 Quadratkilometern», erläutert Markus Bathen, Wolfsexperte beim Nabu in Berlin. «Ich bin sicher, dass auch ständig Einzeltiere durch das Land streifen. Denn um einen Partner und ein eigenes Revier zu finden, ziehen einige Wölfe bis zu 1500 Kilometer weit.» Er rechnet nicht damit, dass sich das Rudel irgendwann wieder aus Sachsen-Anhalt zurückzieht. «Sollte das Gebiet um Altengrabow vom jetzigen Wolfspaar aufgegeben werden, würde es mittel- bis langfristig wieder besiedelt werden.»

Umso wichtiger ist es, den Wolfsbestand genau zu beobachten. Das Lupus-Büro hat dafür sechs Kameras installiert. Koerner nennt sie scherzhaft Fotofallen. «Sie reagieren auf die Körperwärme der Tiere», sagt der Biologe. Mit dieser technischen Raffinesse sind dem Experten schon viele Schnappschüsse gelungen. Die Langzeitbeobachtung mit GPS- Sendern würde zusätzliche Informationen liefern. «Den Aufenthaltsort eines Altwolfes jederzeit bestimmen zu können, wäre der Idealfall. Dann würden wir genau wissen, wie groß das Altengrabower Territorium ist.» Doch es ist eine Frage des Geldes. «Wir hoffen auf das kommende Jahr.»

Blut im Urin der Mutterwölfin zeigen Koerner und Puffer, dass sie wieder läufig wird. Ein gutes Zeichen, dass es im Frühling wieder Nachwuchs geben wird. Viele Kritiker glauben, dass die Anzahl der Tiere außer Kontrolle gerät. Abschüsse durch Jäger sind aber gar nicht nötig. «Die Jungwölfe wandern mit knapp zwei Jahren ab, und das Elternpaar verteidigt sein Revier gegen fremde, erwachsene Wölfe», sagt Förster Puffer. So verteilen sich immer wenige Wölfe auf großer Fläche. «Die Natur hat das klug eingerichtet.»

NABU-Experte Bathen macht sich Sorgen. «Ich frage mich, ob die Menschen den Wolf, den sie einst ausgerottet haben, heute akzeptieren können.» Immer wieder werden die Beutegreifer illegal geschossen. «Sie sind nach 150 Jahren zurückgekehrt und uns deshalb fremd geworden.» Der NABU hat deshalb den Aktionsplan «Willkommen Wolf!» aufgestellt. «Es muss in vielen Köpfen noch viel passieren», sagt Bathen.

Quelle: http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/wolf/woelfeindeutschland/bundeslaender/sachsenanhalt/11397.html

30. Juli 2009 - Jetzt ist es sicher: Auf dem Truppenübungsplatz in Altengrabow (Kreis Jerichower Land) sind in diesem Jahr Wölfe geboren worden. Eines der Jungtiere ist in eine Fotofalle getappt und so gibt es nun erstmals einen Nachweis für Wolfs-Nachwuchs in Sachsen-Anhalt. Bisher war nicht sicher gewesen, ob das auf dem Gelände nahe der Grenze zu Brandenburg heimische Wolfspaar in diesem Jahr Nachwuchs bekommen hat. Unklar bleibt allerdings, ob es sich beim Vater der Welpen um den im Juni erschossenen Wolfsrüden handelt.

„Schon vor einigen Wochen konnte eine Mutter mit drei Welpen von einem Jäger beobachtet werden, doch der Foto-Beweis kam erst jetzt“, erzählt NABU-Wolfexperte Magnus Herrmann. „Nun gilt es herauszufinden, ob die Jungen mit dem erschossenen Rüden verwandt sind, oder ob es noch einen weiteren männlichen Wolf auf dem Truppenübungsplatz gibt.“

Um mehr über die auf dem knapp 100 Qudaratkilometer großen Bundeswehr-Übungsplatz heimischen Wölfe herauszufinden, wurden Ende Mai sieben Fotofallen aufgestellt. Außerdem werden Kotproben genommen, um die Verwandschaftsbeziehungen zwischen den Tieren zu analysieren. Doch die Gen-Analysen dauern noch an.

Die Hälfte der Wolfswelpen überlebt das erste Lebensjahr nicht.

Wolfwelpe

„Das fotografierte Tier ist drei Monate alt. Es ist zwar schon fast so groß wie ein Alttier, doch es ist immer noch in einer sehr kritischen Phase. Innerhalb des ersten Lebensjahres stirbt die Hälfte aller Jungen“, erklärt Magnus Herrmann. Um so dramatischer ist die Lage, sollte der Jungwolf tatsächlich ein Nachkomme des erschossenen Rüden sein. Da es sich um den ersten Nachwuchs in Altengrabow handelt, gibt es keine älteren Geschwister, die der Mutter bei der Aufzucht helfen könnten.

Der Schütze, der am 6. Juni den Wolf in Altengrabow erschossen hat, hat sich mittlerweile der Polizei gestellt, doch das Verfahren gegen ihn läuft noch. Der NABU drängt auf eine schnelle Aufklärung.

19. Juni 2009 - Erst wenige Tage zuvor war das einzige Wolfspaar außerhalb der Lausitz in die Schlagzeilen gekommen: Bei einer Jagd bei Tuchheim im Kreis Jerichoer Land wurde vermutlich der Rüde geschossen. Nun gelang einem Jäger auf dem Truppenübungsplatz Atengrabow, dem Kerngebiet des Wolfspaares, das Foto eines Wolfes.
Dass nur ein einzelner Wolf auftauchte, ist nichts außergewöhnliches. Nach den Erkenntnissen aus der Wolfsregion Lausitz ist es die Regel, dass Wölfe alleine durch unsere Landschaft laufen. Als Grund wird angenommen, dass ihre Hauptbeute Rehe sind. Um diese zu jagen, bedarf es nicht einer gemeinschaftlichen Jagd mehrerer Wölfe.
Leider konnte anhand der Aufnahmen nicht das Geschlecht des Wolfes bestimmt werden. Es muss nun weiter gebangt werden, ob die erwarteten Wolfswelpen in Altengrabow noch von beiden Elternteilen versorgt werden oder die Mutter die gesamte Last der Versorgung zu tragen hat. Letzteres müsste nicht das Todesurteil für alle Welpen bedeuten. In der Lausitz hat 2003 ein weiblicher Wolf alleine vier Welpen durch das kritische erste Lebenshalbjahr aufgezogen.

Quelle:http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Tier/Woelfe-leben-auf-dem-Truppenuebungsplatz-Altengrabow_article1233648990.html

Wölfe leben auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow

Möckern - Auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow (Landkreis Jerichower Land) an der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg leben Wölfe

Da sei nun nachgewiesen, berichtet die «Märkische Allgemeine» am Dienstag. Es handele sich um drei Tieren, von denen eines jetzt fotografiert werden konnte. An Nahrung fehle es den Wölfen nicht. So hätten sie bereits zehn Stück Damwild und ein Schaf gerissen. Vermutlich handelt es sich bei den Wölfen um Jungtiere, die aus der Lausitz stammen. Auf dem Truppenübungsplatz in der Nähe von Möckern haben sie nichts zu befürchten, denn auch dort gilt das Jagdverbot für Wölfe.

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